FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Solino Kaffee

Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Es gibt Arabicakaffee und Robustakaffee. Was ist das besondere an Solino Kaffee, wie sieht es mit der Entlohnung aus und woher stammen die Bohnen? Ist der Kaffee frisch und wieviel Koffein enthält unser Caffè Crema bzw. Espresso? Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen. Wir hoffen, dass auch Ihre Fragen mit unseren FAQ beantwortet werden können. Falls nicht – nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf – und wir helfen Ihnen gerne weiter.

  1. Solino: Sorgfältige Kaffeeauslese von HandVerarbeitung im Ursprungsland. Solino wird komplett im Ursprungsland, in Äthiopien verarbeitet. Das Rösten und Verpacken vor Ort hilft den Äthiopiern, mehr Geld für Ihren Kaffee zu bekommen (ca. 60% mehr, als wenn Äthiopien den grünen Rohkaffee exportiert). Da die Weiterverarbeitung qualifizierte Arbeitskräfte erfordert (Kaffeeröster, Verpackungsdrucker), kann Solino überdurchschnittlich hohe Löhne zahlen: 3-6 mal mehr (ca. 60 – 120 Euro/Monat) im Vergleich zu Kaffeebauern (ca. 20 – 30 Euro/Monat). Das Greenpeace-Magazin hat Solino deshalb auch als „Fairtrade Plus“ beschrieben (Link zum Artikel). Übrigens hat die EU erst 2008 den Schutzzoll von 30% auf gerösteten Kaffee für die ärmsten Länder der Welt (AKP-Staaten) aufgehoben. Grüner Rohkaffee kann dagegen seit jeher zollfrei eingeführt werden. So wurde Deutschland zum fünftgrößten Kaffee-Exporteur der Welt.
  2. Sonnengetrockneter Kaffee. Wir verwenden nur sonnengetrocknete Kaffeebohnen. Im Vergleich zu gewaschenen Bohnen, die üblicherweise verwendet werden, ist der Geschmack würziger und der Kaffee enthält weniger Säure (siehe auch Frage 11).
  1. Mehr Wertschöpfung und mehr qualifizierte Arbeit in den Entwicklungsländern. Dadurch verringert sich auch die Abhängigkeit vom Rohstoffexport und der reinen Landwirtschaft.
  2. Weniger Zwischenhändler zwischen Kaffeebauer, Röster und Verbraucher.
  3. Direkter Zugang zu frisch geerntetem grünen Kaffee (auch die Frische des grünen Kaffees ist wichtig).
  4. Günstige Arbeitskosten vor Ort, auch bei deutlich überdurchschnittlich gezahlten Löhnen.
  1. Transportzeit nach dem Rösten (Dieser Transport von Addis Abeba über Djibouti nach Bremerhaven dauert ca. 25 Tage per Seefracht und ist aus unserer Erfahrung kein großes Problem.).
  2. Training und Organisation vor Ort in Äthiopien, um nach europäischen Standards direkt an Supermärkte liefern zu können (EAN-Codes der Etiketten, Konstanz der Röstung, Verpackungsentwicklung).
  3. Häufiger Stromausfall in Äthiopien, dadurch Lieferverzögerungen.
  4. Weniger Wertschöpfung für die Kaffeeindustrie in Europa.
Solino wird handgepflückt - in den besten Anbaugebieten aus ÄthiopienDer Ursprung des Kaffees liegt in Äthiopien in dem kleinen Ort Kaffa, südlich von Addis Abeba, der äthiopischen Hauptstadt. Heute zählt der äthiopische Hochland Arabica Kaffee weltweit zu den Besten. Die perfekte Kombination aus kühlem Hochlandklima, hervorragenden Böden und einer langen Kaffeekultur (50% des äthiopischen Kaffees wird im Land konsumiert) ergibt eine außergewöhnliche Kaffeequalität. Da der äthiopische Kaffee auch zu den teuersten Kaffeesorten gehört, wird er oft anderen Kaffeesorten in kleinen Mengen beigemischt, um einen besseren Geschmack zu erzielen.

Die berühmtesten Anbaugebiete in Äthiopien (ähnlich wie beim Wein) heißen Yirgacheffe, Sidamo und Harar. Solino Kaffee stammt aus diesen drei Anbaugebieten.

Traditionelle Kaffeeröstung im TrommelrösterSolino Kaffee wird in Addis Ababa geröstet, der Hauptstadt von Äthiopien. 2 kleine Röstereien am Stadtrand rösten für uns. Seit dem Jahr 2012 rösten wir in einer zweiten Rösterei, damit wir ausreichende Mengen zuverlässig liefern können. Dadurch konnten noch mehr Röstmeister, Drucker und Mitarbeiter ausgebildet werden und von höheren Gehältern profitieren.

Übrigens haben unsere Röstmeister an verschiedenen internationalen Ausbildungen teilgenommen, um eine gute Qualität zu garantieren. Hier finden Sie zwei Zertifikate von USAID und BONCAFE:

USAID Zertifikat BONCAFE Zertifikat

Äthiopische Kaffeebauern setzen praktisch nie Dünger ein, auch weil sie es sich nicht leisten könnten. Um ein Bio-Zertifikat zu bekommen, würden den Bauern erhebliche Kosten entstehen, da die (meist westlichen) Berater für das Zertifikat hohe Gebühren verlangen (ca. 6000 Euro). Da es uns mit Solino darum geht, möglichst viel Geld in Äthiopien zu belassen, verzichten wir bis heute bewusst auf ein Bio-Zertifikat.
Fairtrade-Programme sollen dafür sorgen, dass die Kaffeebauern etwas mehr Geld für ihren Kaffee bekommen. Wie bei Bio-Zertifikaten ist dabei allerdings erheblicher Aufwand nötig und es kostet bis zu 5000 Euro, um ein Fairtrade-Zertifikat zu erhalten. Mit Solino konzentrieren wir uns bis heute auf die Weiterverarbeitung: das Rösten und das Verpacken in Äthiopien. Jedes Kilo gerösteter Kaffee bringt 60% mehr Geld für das Land im Vergleich zum Export von grünem Rohkaffee. Außerdem entstehen in der Weiterverarbeitung qualifizierte Jobs, zum Beispiel als Röstmeister, Verpackungsentwickler oder als Drucker. Diese qualifizierten Jobs in der Weiterverarbeitung werden im Durchschnitt 3-10 mal besser bezahlt (ca. 60 – 200 Euro/Monat) als die Arbeit von einem Kaffeebauern (ca. 20 Euro/Monat). Das Greenpeace-Magazin hat unseren Kaffee deshalb auch als “Kaffee Fair Plus” beschrieben (Link zum Artikel).
Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe:

  1. Grundsätzlich gehört äthiopischer Arabica Kaffee zu den teuersten Arabicas der Welt. Dies liegt daran, dass er in über 2000 Meter Höhe wächst und die Erntemenge der Kaffeepflanzen in dieser Höhe geringer ist.
  2. Solino Kaffee wird handgeröstet und in kleinen Trommelröstern, die maximal 15 kg bis 30 kg Kaffee pro Röstung verarbeiten können. Die Röstzeit beträgt über 18 Minuten bei nur 210 Grad Celsius. Dazu kommen nochmals ca. 12 Minuten für das Abkühlen. Dieser Prozess ist arbeitsintensiv, ergibt aber auch einen deutlich besseren Kaffee als vollautomatische Industrieröstungen bei über 600 Grad Celsius.
Im Vergleich zu handgerösteten Spezialitäten-Kaffees aus Europa ist Solino relativ günstig. Auch dafür gibt es zwei wesentliche Gründe:

  1. Da wir direkt in Äthiopien rösten und von dort importieren, ist die Anzahl der Zwischenhändler deutlich reduziert (selbst große Kaffeeröster in Deutschland kaufen meist über Händler in Hamburg ihre Kaffeemengen ein).
  2. Das arbeitsintensive Handrösten ist in Äthiopien deutlich günstiger als in Europa, obwohl unser Röster weit überdurchschnittliche Löhne zahlen kann (siehe Frage 6 weiter oben).
Unser Röster kauft den grünen Kaffee direkt an der Kaffeebörse in Addis Abeba (www.ecx.com.et) und zwar immer aus den Gebieten Yirgacheffe, Sidamo und Harar. Die relativ neu eingerichtete Kaffeebörse in Äthiopien hat sich zum Ziel gesetzt, die Anzahl der Zwischenhändler zwischen Kaffeebauern und Röstern zu reduzieren. Dadurch soll mehr Geld direkt bei den Kaffeebauern ankommen. Alle Kaffeebauern, die über die offizielle Börse verkaufen, werden kontrolliert und sind verpflichtet, die lokalen Arbeitsbedingungen einzuhalten (keine Kinderarbeit). Aktuell versuchen wir, nur noch bei uns persönlich bekannten Bauern direkt einzukaufen. Dies ist wegen der Bürokratie in Äthiopien allerdings nicht ganz einfach und es wird sicher noch bis zum Ende des Jahres 2015 dauern. Hier finden Sie eine Beschreibung der Qualitäten von äthiopischem Kaffee: PDF Link
Ganz klar – der Geschmack! Arabica Kaffee ist deutlich intensiver und hat vielfältige Aromen. In Äthiopien wächst nur Arabica Kaffee. Dieser gedeiht im Hochland in Gegenden über 2000 Meter Höhe. Da Arabicakaffee deutlich weniger Kaffeefrüchte trägt als Robustakaffee, ist er ca. 2-3 mal teurer.
Kaffee-Sonnentrocknung nach der Erne

In Äthiopien unterscheidet man zwischen 2 Arten der Verarbeitung nach der Ernte: gewaschene Kaffees und sonnengetrocknete Kaffees (dieser wird auch als „Naturkaffee“ bezeichnet, weil sich das Fruchtfleisch nur durch Sonnentrocknung vom Kaffeekern löst). Gewaschene Kaffees werden in Äthiopien meistens exportiert.

Sonnengetrocknete Kaffees sind normalerweise für den äthiopischen Markt vorbehalten. Geschmacklich ist sonnengetrockneter Kaffee würziger, fruchtbetonter und hat etwas weniger Säure als gewaschener Kaffee. Für Solino nehmen wir deshalb immer sonnengetrocknete Kaffeesorten.

Kaffees unterscheiden sich erheblich im Geschmack. Kaffeepflanzen, Anbaugebiete, Klima, Temperatur, Verarbeitung nach der Ernte, das Röstverfahren und die Frische führen zu unterschiedlichem Geschmack. Im Allgemeinen beurteilt man den Geschmack nach vier Kriterien:

  • Säure: Grundsätzlich gilt: je dunkler die Röstung, desto weniger Säure. Eine leichte Fruchtsäure ist für einen ausgewogenen Geschmack unentbehrlich. Zu viel Säure ist dagegen oft ein Zeichen von einer sehr kurzen Industrieröstung bei Temperaturen über 600 Grad Celsius. Solino wird dagegen 18-21 Minuten bei 210 Grad Celsius im traditionellen Trommelröster von Hand geröstet. Durch die langsame Röstung kann sich das Aroma vollständig entfalten, die ungewünschte Gerbsäure entweicht und der Kaffee ist wesentlich bekömmlicher. Grundsätzlich gilt auch, dass der von uns verwendete sonnengetrocknete Kaffee weniger Säure hat als gewaschener Kaffee.
  • Körper: Beschreibt das „Gewicht“ des Kaffees im Mund. Wie rund ist der Geschmack insgesamt? Bewertet wird von “leicht” bis “kremig”. Sonnengetrockneter Kaffee, den wir für Solino verwenden, hat meist mehr Körper als gewaschener Kaffee.
  • Aroma: Wie Wein, hat auch Kaffee eine große Anzahl verschiedener Aromen: Dies sind neben dem typischem Kaffeegeschmack Aromen wie: Schokolade, Beeren, Zitrus und Gewürze. Je reicher ein Kaffee an Aromen ist, desto besser der Geschmack.
  • Geruch: Geruch ist neben Geschmack entscheidend und hängt stark von der Kaffeesorte und der Röstung ab. Außerdem gilt: je frischer der Kaffee (die grünen Bohnen wie auch die gerösteten Bohnen), desto besser der Geruch.

Hier finden Sie eine Geschmacksbeschreibung aller äthiopischen Kaffeesorten.

Kaffeeröster nutzen die Agtron Farbtafel (Link zu Infos zur Farbtafel in englischer Sprache), um den Röstgrad zu definieren. Dunkel gerösteter Kaffee hat einen kräftigeren Geschmack und enthält weniger Säure. In Äthiopien (und auch in Süditalien) wird Kaffee deutlich dunkler geröstet als in Deutschland. Hell gerösteter Kaffee hat einen leichteren Geschmack mit einer größeren Anzahl verschiedenster Aromen. Er enthält etwas mehr Säure. Solino Espresso (Agtron 35-40) und Solino Caffè Crema (Agtron 40-45) sind im Vergleich zu anderen Kaffees in Deutschland etwas dunkler geröstet.
Solino besteht aus reinen Arabica Kaffeebohnen, die grundsätzlich weniger Koffein enthalten als Robustabohnen. Außerdem wird unser Espresso dunkler geröstet als andere Espressi – auch dies reduziert den Koffeingehalt.  Grundsätzlich gilt: Je länger die Röstzeit und je dunkler die Farbe, desto weniger Koffein enthält der Kaffee. Auch der Solino Caffè Crema ist dunkler geröstet als normale Filterkaffees und enthält deshalb relativ wenig Koffein.
Wir kaufen unseren grünen Kaffee immer aus den gleichen Gegenden in Sidamo und Yirgacheffee. Die Kaffeebohnen sind von Ernte zu Ernte nicht immer 100% einheitlich. Unsere Röstmeister in Addis Abeba passen die Trommelröstung der Qualität des Kaffees an um immer das allerbeste Ergebnis zu erzielen. Dadurch kommt es bei Farbe und im Geschmack zu leichten Schwankungen.  Alle Solino Kaffees werden von Hand geröstet. Eine handwerkliche Röstung ist mit einer standardisierten Industrieröstung nicht zu vergleichen.
Solino KaffeeverpackungenVerpackung und Lagerung sind entscheidend. Nach dem Rösten entweichen aus den Kaffeebohnen noch einige Tage lang Gase. Wir nutzen diesen Effekt und füllen den Kaffee direkt nach dem Rösten in eine spezielle Verpackung mit Einwegventil (diese Spezialverpackung gibt es leider noch nicht in Äthiopien und wir müssen sie noch aus der Schweiz einführen. Wir arbeiten aber daran, auch diese Verpackung künftig vor Ort herzustellen). Das jetzt weiter ausströmende Gas aus den Kaffeebohnen sorgt dafür, dass der gesamte Sauerstoff aus dem Inneren der Verpackung gedrückt wird. Geschützt von Sauerstoff, Licht und Feuchtigkeit, bleibt der Kaffee so mindestens 20 Monate frisch. Nach dem Öffnen zu Hause den Kaffee bitte immer in der Originalverpackung luftdicht und trocken lagern. “Hauptfeinde” von geröstetem Kaffee sind Sauerstoff, hohe Temperatur, Licht und Feuchtigkeit.
Verladung des Solino KaffeesDer Kaffee wird im Container direkt nach dem Rösten von Addis Abeba zum Hafen nach Djibouti transportiert (ca. 24 Stunden). Von dort wird er verladen und erreicht per Schiff Bremerhaven (3-4 Wochen). Aus unserem Lager in Hamburg und Kiel wird er dann direkt an die Supermärkte verschickt oder aus dem Onlineshop zu Ihnen nach Hause.

Da wir alle 6 Wochen einen Container bekommen, ist der Kaffee maximal nach 10 Wochen bei Ihnen zu Hause oder im Supermarkt. Diese Zeitspanne ist für einen optimal verpackten Kaffee kein Problem und die Frische leidet nicht.

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