Der Tigray-Konflikt in Äthiopien

Der Hintergrund

Aktuell herrscht ein Konflikt zwischen der Zentralregierung und der Regionalregierung von Tigray, der kleinsten äthiopischen Region im Norden des Landes. Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat und neben der Zentralregierung in Addis Abeba gibt es verschiedene ethnische Gruppen. Da Tigray an Eritrea grenzt, gegen das Äthiopien lange Zeit Krieg führte, sind dort einige Militärvorräte gelagert. Die Region gilt als abtrünnig.

Die aktuelle Situation

Nun hat sich die Lage erneut zugespitzt. Die sogenannte „Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF)“ erkennt die Zentralregierung nicht an. Es sind Kämpfe zwischen der nationalen Armee und schwer bewaffneten Militäreinheiten ausgebrochen – es droht ein Bürgerkrieg. Das äthiopische Parlament hat die Regionalregierung von Tigray abgesetzt. Dies ermöglicht Dr. Abiy Ahmed, dem Ministerpräsidenten Äthiopiens, freie Hand bezüglich militärischer Einsätze gegen die TPLF. Mit einer schnellen Beilegung ist dabei nicht zu rechnen, da es um eine Vielzahl alter und neue Streitpunkte geht sowie um zahlreiche Provokationen der Volksbefreiungsfront. Darunter zählt auch eine Wahl in der Region, die illegal abgehalten wurde und Autonomie erzwingen sollte.

Wer mehr wissen möchte: https://www.dw.com/de/tigray-konflikt-in-%C3%A4thiopien-spitzt-sich-zu/a-55576773

 

Was bedeutet das für uns?

Durch den Anbau des Kaffees im Südwesten und die Weiterverarbeitung in Addis Abeba beeinträchtigt die Situation vor Ort unsere Produktion nicht. Auch der Hafen von Dschibuti, über den Solino nach Deutschland gelangt, liegt außerhalb der Konfliktzone. Wir hoffen auf eine schnelle Lösung, da das Land in den letzten Jahrzehnten so oft Schauplatz von Konflikten war, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung sehr gelitten hat. In dieser aktuellen Situation ist unser Projekt für die Menschen in Äthiopien umso wichtiger.

 

Anmerkung des Autors: Ich selbst habe ein paar Monate in der Region Tigray gelebt und dort ein Hilfsprojekt für Kinder begleitet. Ich habe die Gastfreundschaft und die Neugierde der Menschen vor Ort als sehr positiv empfunden. Eine derartige Eskalation hätte ich mir aus damaliger Sicht nicht vorstellen können. Da ich Freunde vor Ort habe, wünsche ich mir umso mehr, dass es zu einer schnellen Lösung kommt.

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