Die momentane Lage in unserer Kaffeerösterei in Addis Abeba

Die Corona Pandemie hat auch Äthiopien erreicht. Die Fallzahlen sind vergleichsweise noch gering, doch die Sorge vor einer Ausbreitung wächst und bringt große Herausforderungen mit sich. Unsere Kaffeerösterei ist ebenfalls von dieser Krise betroffen, viele Unternehmen in Äthiopien wurden in ihrer Aktivität bereits stark eingeschränkt oder ganz geschlossen.

Die Einschränkungen für die Gesellschaft ähneln denen in Deutschland, mit dem erschwerenden Faktor, dass dort weder Kurzarbeit noch ein stabiles Sozialsystem existiert. Momentan können wir die Folgen für das Land und unsere Kaffeerösterei noch nicht absehen. Dass ein armes Land wie Äthiopien jedoch hart getroffen wird, bleibt außer Frage. Wir haben unsere Mitarbeiter vor Ort zu der momentanen Situation befragt. 

 

Wie schätzt ihr die Folgen der Corona Krise für die äthiopischen Unternehmen ein? 

Ich glaube, dass Unternehmen bereits stark betroffen sind. Restaurants müssen schließen, große und arbeitsintensive Fabriken mussten entweder komplett den Betrieb einstellen oder wurden stark beschränkt. Ein Großteil der Blumenproduktion, einer der größten Wirtschaftszweige Äthiopiens, ist bereits komplett weggefallen. 

 

Inwiefern ist Solino betroffen?

Wir wurden von Beamten aufgefordert, die Arbeit von älteren Mitarbeitern, Mitarbeitern aus Risikogruppen und denjenigen, die mit Alten und Kindern zusammenleben, zu stoppen. Dies könnte unsere Produktionsraten beeinflussen. Des Weiteren arbeiten die für die Exportdokumentation unseres Kaffees zuständigen Behörden mit deutlich kleineren Mitarbeiterzahlen. Es könnte also zu Verzögerungen bei den Lieferungen kommen. 

 

Gibt es Probleme im Bereich der Logistik und Export? Eventuell sogar Verbote? 

Außer den in Punkt 2 bereits angesprochenen Themen sind es die Lastwagenfahrer, die sich nicht mehr trauen nach Djibouti zu fahren. Sie befürchten, dass sie sich anstecken könnten oder an der Grenze in Quarantäne gesteckt werden. Das macht den Prozess des Transportes natürlich sehr schwierig für uns. 

 

Wie schützen wir unsere Mitarbeiter? Gibt es Mundschutz? 

Verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter wurden bereits getroffen. Dazu zählen neben regelmäßigem Händewaschen natürlich soziale Distanzierung und Gesichtsmasken. 

Exportorientierte Unternehmen werden von der Regierung bewusst unterstützt, da sie für das Land fundamental wichtig sind. Wir produzieren daher weiter unter Einhaltung höchster hygienischer Standards und Sicherung des Wohlergehens unserer Mitarbeiter. 

Wir hoffen, dass Du SOLINO und die äthiopischen Mitarbeiter vor Ort weiterhin unterstützt und unseren Kaffee trinken. Das SOLINO Team wünscht Euch frohe Ostern und vor allem: Bleibt gesund. 

 

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